Archiv für die 'Intimität' Kategorie

Glücklich als Paar

19. Januar 2013, von Cornelia Willi

Solange es gut geht…
… informiere dich weiterhin über deine Partnerin, über deinen Partner
… frag ihn, was dich interessiert
… z.B. was suchst du in einem Freund?
… z.B. was macht dir Angst?
… z.B. was möchtest du bestimmt noch erleben, bevor du stirbst?
… gib zu, wenn du falsch liegst
… schweige, wenn du Recht hast

Wenn ein Konflikt zu eskalieren droht…
… nutze dein Erwachsenen-Ich und trage die Verantwortung für deinen Teil des Konflikts
… komme auf das ursprüngliche Thema zurück (halte dich an den Vertrag)
… frag auch mal, ob du etwas zurücknehmen kannst (Erlaubnis, einen Fehler zu machen)

Was Konflikte effektiv eskalieren lässt…
… Abwertungen (Discounts) der Person, kritische Bemerkungen am Charakter des anderen (nie tust du…, du bist halt immer so…)
… Abwehr oder Gegenangriff, statt Verantwortung zu übernehmen
… sich zurückziehen, Kontakt abbrechen

Notizen und Gedanken zur Methode von John Gottmann, verknüpft mit TA.

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Kategorie: Autonomie, Grundbedürfnisse, Ich-Zustände, Infos, Intimität, Liebe, TA-Konzepte, Verträge | Keine Kommentare »

Beziehungsbedürfnisse (nach R. Erskine)

13. Juni 2011, von Cornelia Willi

Ausgangslage

Wir Menschen befinden uns stets in einem Spannungsfeld von Verbundenheit und Wachstum. Einerseits wollen wir das Bestehende bewahren und beim Bestehenden bleiben, andrerseits drängt es uns, weiter zu gehen und uns weiter zu entwickeln. Diese beiden Pole sind phasenweise im Gleichgewicht.

In diesem Spannungsfeld ergeben sich Bedürfnisse nach Verbundenheit, die Richard Erskine (Zeitschrift für Transaktionsanalyse, 4/2008) Beziehungsbedürfnisse nennt und sie wie folgt auflistet:

Beziehungsbedürfnis nach Sicherheit

Wir brauchen das sichere Gefühl, physisch und emotional vor Verletzungen geschützt zu sein. Wir möchten uns so zeigen können, wie wir sind, verletzbar und doch verbunden mit anderen.

Eine mögliche Reaktion auf dieses Bedürfnis liegt in der respektvollen und nicht beschämenden Haltung, der Grundhaltung „Ich bin ok – du bist ok“. Das äussert sich in bedingungsloser Wertschätzung. Daraus kann Sicherheit in der Beziehung entstehen.

Beziehungsbedürfnis nach Wertschätzung/ Bestätigung

Wir brauchen das Gefühl, wertgeschätzt und bedeutsam zu sein. Es geht darum, dass wir uns angenommen und anerkannt fühlen in unseren Beziehungsbedürfnissen.

Durch die Art, wie wir nachfragen und durch unsere volle Präsenz zeigen wir dem anderen, dass wir ihn wertschätzen. Dies ist eine notwendige Voraussetzung für dauerhafte Verhaltensänderung.

Beziehungsbedürfnis nach Schutz

Wir brauchen das Gefühl, von vertrauenswürdigen Personen angenommen und verlässlich behandelt zu werden. Wir möchten uns mit einer verlässlichen Person identifizieren können und zugleich spüren, dass wir darin nicht ausgenützt werden.

Das kann sich darin äussern, dass uns diese starke Person Einhalt gebietet und so vor Übertreibung und Idealisierung schützt.

Beziehungsbedürfnis nach Bestätigung persönlicher Erfahrung

Wir brauchen das Gefühl, dass wir unsere persönliche Erfahrung von einer anderen Person bestätigt bekommen. Es ist der Wunsch nach Gegenseitigkeit, nach einem gemeinsamen Stück Weg mit einem Menschen, der ähnlich ist wie wir selbst.

Durch das Mitteilen von sorgfältig ausgewählten eigenen Erfahrungen können wir unserem Gegenüber die persönliche Erfahrung bestätigen.

Beziehungsbedürfnis nach Selbstdefinition

Wir möchten als einzigartig angesehen und verstanden werden. Selbstdefinition ist das Offenbaren der selbst gewählten Identität, indem man Vorlieben, Interessen und Ideen äussert, ohne dafür Erniedrigung oder Ablehnung zu erfahren.

Das kann sich dadurch äussern, dass wir Verständnis zeigen für die Andersartigkeit unseres Gegenübers, indem wir unterschiedliche Sichtweisen, Meinungsverschiedenheiten und den Ausdruck der Persönlichkeit zulassen.

Beziehungsbedürfnis nach Effekt beim anderen

Wir brauchen das Gefühl, beim anderen Aufmerksamkeit und Interesse zu bewirken. Sich in einer Beziehung als kompetent zu fühlen, zeigt sich in Aktiv-Sein und Wirkung haben.

Wir können uns auf dieses Beziehungsbedürfnis einstimmen, indem wir uns berühren lassen.

Beziehungsbedürfnis nach Initiative des andern

Wir möchten wichtig sein für den anderen und erleben, dass der andere von sich aus auf uns zukommt und Initiative ergreift.
Das können wir unserem Gegenüber zeigen, indem wir aktiv auf ihn zugehen und den Kontakt von uns her gestalten.

Beziehungsbedürfnis nach Ausdruck von Liebe

Wir möchten unsere Liebe ausdrücken; sei es durch danken, Zuneigung schenken, etwas für den anderen tun.
Indem wir diese Zeichen annehmen und wertschätzen, tragen wir diesem Bedürfnis unseres Gegenübers Rechnung, ohne Angst haben zu müssen, dass wir manipuliert werden.

Alle diese Beziehungsbedürfnisse können wir auch uns selbst gegenüber wahrnehmen und ihnen Rechnung tragen. Es stärkt unsere „ich bin ok-Haltung“. Das ist die Voraussetzung für gesunde Beziehungen mit unserem Gegenüber.

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Kategorie: Grundbedürfnisse, Grundeinstellungen, Intimität, Liebe | Keine Kommentare »

Gelingende Partnerschaft dank Zwiegesprächen

4. Juli 2010, von Cornelia Willi

Vom Wunsch geleitet, dass unsere kostbare Partnerschaft gelingen mag, sind wir auf die Anregung von Michael Lukas Moeller gestossen, sogenannte Zwiegespräche zu führen.

Das funktioniert so (Vertrag):

Partner und Partnerin fixieren einen wöchentlichen Termin von 1.5 Stunden, an dem sie ungestört miteinander reden können.

  • Sie sprechen abwechslungsweise 15 Minuten ohne vom anderen unterbrochen zu werden. Wenn eine Person fertig ist, übergibt sie das Wort an den Partner.
  • Sie sprechen von sich, über ihr Erleben, ihre Eindrücke, Wünsche, Gefühle, Gedanken, über ihre Sicht der Partnerschaft und den Partner, ohne Vorwürfe oder Anschuldigungen.

Mögliche Stolpersteine:

  • Ein Partner findet es übertrieben, fix abgemacht zu reden und nicht spontan. Mit vielen anderen Leuten oder für Hobbies machen wir auch Termine ab und finden das nicht unnatürlich.
  • Eine Partnerin weiss nicht, was sie sagen soll. Sie kann auch schweigen und nachspüren. Oft entsteht da ein neuer Gedankengang.
  • Ein Termin kann nicht stattfinden, weil etwas dazwischen kommt. Hier hilft ein im Voraus festgelegter Ersatztermin, der frei gehalten wird.

Berichtete Wirkung:

  • Leute, die mit Zwiegesprächen begonnen haben, berichten, dass sie oft während der Woche denken, dass sie das oder jenes Thema am Zwiegespräch bringen wollen, weil dann der Raum dazu besteht.
  • Die Erfahrung mit Zwiegesprächen zeigt, dass es eine psychohygienische Wirkung hat, regelmässig miteinander zu reden – besonders in angespannten Situationen.
  • Konflikte werden in Zwiegesprächen eher thematisiert und nicht unter den Teppich gekehrt.
  • Die Partnerschaft wird vertieft.
  • Die Fähigkeit zuzuhören und sich auszudrücken, wird geübt und nimmt zu.
  • Die einzelnen Partner entwickeln sich emotional.

Wer mehr dazu wissen möchte:
www.zwie-gespraech.de
Michael Lukas Moeller: Die Wahrheit beginnt zu zweit : das Paar im Gespräch: ISBN 978-3-499-62456-8
Miachel Lukas Moeller: Gelegenheit macht Liebe : Glücksbedingungen in der Partnerschaft: ISBN 3-499-61169-4

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Kategorie: Autonomie, Infos, Intimität, Liebe, Übungen | 1 Kommentar »