2. Juni 2010, von Jürg Bolliger
Eric Berne schreibt in Grundlagen der Gruppenbehandlung über die Haltung eines Gruppentherapeuten. Seine Aussage ist nicht nur im therapeutischen Umfeld gültig:
Es ist zu wünschen, dass er jede neue Gruppe und womöglich auch jede einzelne Sitzung mit neuem Elan beginnt. Wenn er seine Gruppen grade so führt wie im vergangenen Jahr, hat er offensichtlich nichts dazu gelernt und ist ein blosser Techniker.
Wer mit Menschen arbeitet, tut gut daran, mehr als blosser Techniker zu sein. Achtsamkeit entwickeln, auf verschiedene Menschen unterschiedlich eingehen, aus Fehlern lernen, Erfolge feiern … So bewirke ich mehr und habe gleichzeitig mehr Freude an der Arbeit.
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15. Februar 2009, von Jürg Bolliger
Es gibt Situationen, an welche ich mich immer wieder erinnere, auch wenn sie schon Jahre zurückliegen. Ein Beispiel dazu ist eine Übung, die wir während meiner TA-Grundausbildung mit Hedi Bretscher gemacht haben.
Es ging damals um Beratungsgespräche. Wir hatten im Rahmen einer Übung die Aufgabe, jemanden bei einem “Problem” zu beraten. Dabei durfte der Berater bzw. die Beraterin nur vier Fragen verwenden:
- “Was ist das Problem?”
- “Wie fühlst du dich?” / “Wie hast du dich gefühlt?”
- “Was willst du?”
- “Was tust du?” / “Was hast du getan?” / “Was wirst du tun?”
Die Fragen durften nach Gutdünken und beliebig oft eingesetzt werden. Es gab bei den Beratungsgesprächen durch die Beschränkung der möglichen Fragen teilweise sonderbare und lustige Sequenzen. Doch ich staunte, dass Lösungen – oder mindestens einige Schritte in Richtung Lösung – gefunden werden konnten.
“Weniger ist mehr!” – Dieser Satz gilt auch in Beratungsgesprächen. Beratende Menschen brauchen Mut, einige gezielte Fragen zu stellen und sich sonst zurückzuhalten.
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